Filmtipp: "Hundert Jahre Brecht" von Ottokar Runze
- Buch
Ottokar Runze, Hanne Hiob
- Darsteller/innen
Udo Samel (Flüchtling), Jürgen Hentsch (Flüchtling), Christian Redl (Baal), Meret Becker (Jenny), Hanne Hiob u. a.
- Land / Jahr
Deutschland 1997
- Länge
104 min
- Format
35mm, Farbe
- FSK
ab 6 Jahren
- FBW
Prädikat "besonders wertvoll"
- Sprachfassung
deutsche Fassung
- Kinostart
17.8.2006 (Wiederaufführung)
- Verleih
Basis-Film Verleih
- Festivals
Empfehlung Arbeitskreis Filmbildung
Genre
Dokumentarische Spielfilm-Collage, Hommage zu Brechts 100. Geburtstag
Inhalt
Brechts Baal, Genuss suchender Träumender, lebt und liebt das Leben. Doch bald schon durchdringt die Diktatur der Nazis die privaten Beziehungen, Hoffnungen, Sehnsüchte und Gefühle der Menschen. Der "alltägliche Faschismus" aus Mitläufertum, Gleichgültigkeit, Feigheit, Verrat, Bespitzelung und Überwachung wird Teil einer verdrängten Schuld. Einige wenige im Lande finden die Kraft, sich bewusst aufzulehnen; andere, die ins Exil geflüchtet sind, beginnen, sich über ihre Lage klar zu werden und Rechenschaft abzulegen.
Umsetzung
Szenen und Dialoge aus "Baal", der "Dreigroschenoper", vor allem aber aus den "Flüchtlingsgesprächen" und "Furcht und Elend des Dritten Reichs" werden zusammen mit Liedern zu einer Spielfilm-Collage montiert – dramaturgisch zugespitzt durch die eindringliche Rezitation von Gedichten, Briefen und Tagebüchern Brechts durch seine Tochter Hanne Hiob. Die Fokussierung auf die "Verarbeitung" des "Dritten Reichs" ohne vordergründige Aktualisierung überlässt es dem mündigen Rezipienten, sich selbst ein Bild davon zu machen, wofür Bertolt Brechts Zeitgenossenschaft, seine präzise Beobachtungsgabe und nicht zuletzt seine literarischen Fantasien und szenischen Erfindungen stehen.
Anknüpfungspunkte für die pädagogische Arbeit
Der Film eignet sich, Kenntnisse des Brechtschen Werkes vorausgesetzt, gut für den Unterricht in der gymnasialen Oberstufe – gerade auch weil er in seiner werkgetreuen Darstellungsweise zum Widerspruch anregt. Der Film setzt sich kritisch mit der Nazi-Zeit auseinander, exemplarisch vermittelt er Brechts episches Theater. Er schafft Distanz zur sprachgewaltigen Sperrigkeit und ermöglicht es Schülern anschaulich, einen eigenständigen Weg zu Facetten des Werks wie zur Aktualität dieses politischen Dramatikers, Dichters und Denkers zu suchen und zu finden.
Themen
Brecht, Theater, Politik, Literaturverfilmung, Nationalsozialismus, Terror, Minderheiten, Rassismus, Flüchtlinge, Widerstand
Schulunterricht
11. bis 13. Jahrgangsstufe, gymnasiale Oberstufe
Kinder- und Jugendbildung
15 bis 18 Jahre
Unterrichtsfächer
Deutsch, Kunst, Politik, Sozialkunde, Ethik, Philosophie, Religion
Informationen und Materialien
Informations- und Begleitmaterial des Verleihs zum Film: www.basisfilm.de
Veranstaltungen
Kinofinder: www.kino.de
Wenn Sie Interesse an einer Schulkinoveranstaltung – beispielsweise anlässlich von Bertolt Brechts 50. Todestag am 14. August 2006 – haben, setzen Sie sich bitte mit einem Kino in Ihrer Umgebung in Verbindung. Dort wird man Sie gern beraten. Gern sind wir Ihnen auch bei der Kontaktaufnahme behilflich.


